Bei kindlichen Kopfdeformitäten handelt es sich häufig um rein knöcherne Veränderungen der Schädelstruktur. Die Gehirnentwicklung ist meist hiervon nicht beeinträchtigt. So genannte syndromale Kopfdeformitäten stellen eine eigene Kategorie dar und sind gesondert zu behandeln.

Kraniosynostosen

Unter dem Begriff Kraniosynostose versteht man die vorzeitige Verknöcherung der Schädelnähte. Dies führt zu einer irreversiblen Deformität des kindlichen Kopfes mit unterschiedlicher Ausprägung. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Kinder ist für den Behandlungserfolg entscheidend. Je nach Schweregrad empfehlen wir die chirurgische Durchtrennung der verknöcherten Schädelnähte, um ein harmonisches Kopfwachstum erreichen zu können. Davon zu unterscheiden sind lagebedingte Kopfdeformitäten.

Lagebedingte Kopfdeformitäten – Helmtherapie

In unserer Spezialsprechstunde für kindliche, lagebedingte Kopfdeformitäten beraten wir Eltern hinsichtlich der möglichen Behandlung ihres Kindes mit einer kindlichen Kopforthese (Helm). Nach einem ausführlichen Informationsgespräch und einem 3D-Scan des kindlichen Köpfchens findet eine ärztliche Untersuchung statt. Je nach vorliegenden Befunden empfehlen wir neben physiotherapeutischer Behandlung (oder ggf. Osteopathie, Cranio-Sacral-Therapie) die Anpassung eines individuell angefertigten Helms für das Kind. Neben einer ästhetischen Beeinträchtigung kann eine lagebedingte Kopfdeformität zu späteren kaufunktionellen Beschwerden führen.

Das Prinzip der Helmtherapie besteht darin, dass das kindliche Wachstum ausgenutzt wird, um die Kopfform harmonisch auszuformen.  Bis etwa zum 4. Lebensmonat kann bei entsprechender Lagerung eine spontane Korrektur der Kopfform erfolgen. Ab dem 4.–5. Monat ist wegen der zunehmenden Verfestigung des kindlichen Schädelknochens eine Eigenkorrektur nicht mehr möglich.

Die Behandlungsdauer mit dem Helm richtet sich nach dem Ausmass der Deformität, dem Alter bei Behandlungsbeginn sowie dem kindlichen Wachstum. Bei kleinen Kindern, bei denen noch viel Wachstum zu erwarten ist, lässt sich eine harmonische Kopfform nach kürzerer Behandlungsdauer erreichen als bei grösseren Kindern. Der optimale Behandlungsbeginn liegt daher bei einem Alter von etwa 5 bis 6 Monaten.
Während der Helmtherapie wird der Behandlungserfolg in regelmässigen Abständen kontrolliert. Die Kinder tolerieren den Helm sehr gut und gewöhnen sich sehr schnell an ihn. Der Helm wird vom Hersteller in Weiss geliefert, kann aber nach Rücksprache individuell verschönert werden.

Helmtherapie_Cranioform

Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der Helmtherapie in unserer Sprechstunde und stehen auch für Rückfragen von Kollegen und behandelnden Physiotherapeuten zur Verfügung. Anbei finden Sie weitere Informationen zur Helmtherapie in Kooperation mit Cranioform